Bei Gefahr der Abschiebung nach der sog. Dublin-Verordnung: Indem Sie sich in einen kirchlichen Schutzraum begeben, sind sie zunächst vor einer Abschiebung sicher und können Ihren Einzelfall noch einmal prüfen lassen.

Bei drohender Abschiebung ins Herkunftsland: Kirchenasyl als letzte Möglichkeit nach Ablehnung des Asylantrags durch BAMF, Gerichte und Härtefallkommission

Wo erhalte ich Informationen zum Kirchenasyl?

– Informationen erhalten Sie bei: 

Regionalen Ansprechpartnern für Kirchenasyl     

Sozialarbeitenden

Anwält*innen

Beratungsstellen

Ökum. BAG Asyl in der Kirche

Information in Gemeindebüros von Kirchen

Kontakte bei Gottesdiensten oder Aktivitäten der Kirchengemeinden aufbauen

Informationen von früheren Asylbewerbern einholen

– Das Kirchenasyl spricht immer eine Kirchengemeinde vor Ort aus

Was brauche ich für ein Kirchenasyl?

Sammeln Sie alle wichtigen Dokumente, z.B.:

– Negativbescheid

– medizinische Dokumente

– Nachweis der Gefahr oder des Problems in dem Land, in das Sie abgeschoben werden sollen

– Gründe für den Aufenthalt in Deutschland.

Die Erfahrungen im Kirchenasyl

Die Bedingungen in jeder Kirche können unterschiedlich sein:

– Sie erhalten in allen Kirchen humanitäre Hilfe, Unterkunft und Verpflegung, sowie dringende medizinische Hilfe.

– Manchmal gibt es auch weitere Angebote: Sprachkurse, Gymnastik- oder Sportkurse, Musikkurse, Frauentreffen, Online-Treffen mit anderen Kirchenasyl-Bewohner*innen in ganz Deutschland usw.

– Sie bleiben selbstbestimmt und sind für sich selbst verantwortlich, es sei denn, es ist eine Gefahr für Ihre Situation, für andere Bewohner und für andere zukünftige Kirchenasyl-Gäste.

– Je nach der Kirche, in der Sie untergebracht sind, können Sie gebeten werden, bei Aufgaben und Aktivitäten auf dem Kirchengelände zu helfen. Zum Beispiel: Putzen, Gartenarbeit, Kochen usw.

– Je nach Kirche können Sie mit anderen Menschen zusammen oder allein wohnen. Versuchen Sie, Ihre Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Man kann Ihnen Materialien für Ihre Aktivitäten und Hobbys zur Verfügung stellen.

Hinweis: Wenn Sie sich nicht wohlfühlen, können Sie jederzeit Ihre Stimme erheben und sich mit uns in Verbindung setzen: info@kirchenasyl.de

Was kommt danach?

Wenn Ihre Dublin-Frist abgelaufen ist, sollten Sie einen Brief vom BAMF erhalten, der das Ende der Dublin-Frist bestätigt.

Die Kirche kann Sie bei den nächsten Schritten und der Frage, wo Sie sich nach dem Kirchenasyl melden müssen, unterstützen. Es kann nicht versprochen werden, dass Sie zu Ihrem bisherigen Wohnort, Lager oder Heim zurückkehren.